Das Kaiserliche Goslar

Der Harz wird im 10. Jahrhundert durch die Wahl Heinrich I. zu einer bedeutenden Stütze der Königsmacht. Alle bedeutenden Könige des deutschen Reiches kamen nach Goslar. Die deutschen Könige und Kaiser des Mittelalters hatten keine Hauptstadt, sondern zogen mit ihrem Hof, ihrer Familie und einem Gefolge aus Fürsten und Bischöfen durch die Reichsteile. Goslar hatte 99-mal die Könige zu Gast. Zwischen 1000 und 1250 gehört die Pfalz in Goslar zu den wichtigsten politischen Zentren. Besonders glanzvolle Zeiten erlebte die Pfalz unter den salischen Herrschern. Sie nannten Goslar…“clarissimum domicilium regni“ (die glänzendste Wohnstätte des Reiches) – was so viel bedeutet wie: das wunderbarste Zuhause der Herrscher.

ANNO 919 Die Wahl des ersten deutschen Königs
Im Mai des Jahres 919 kamen in Fritzlar (gelegen im damaligen fränkisch-sächsische Grenzbereich, heute eine kleine Stadt südwestlich von Kassel) der sächsische und Teile des fränkische Adels zusammen, um den Mächtigste unter ihnen der sächsischen Herzog Heinrich zum König zu erheben. Die Legende berichtet, dass die Gesandten des Reichstages zu Fritzlar mit der Krone unterm Arm den Sachsenherzog aufgesucht haben, um ihm die Entscheidung der Fürstenversammlung kundzutun. Die Boten hätten Heinrich vor einer Scheune sitzend, mit Vogelfang beschäftigt angetroffen. Dabei soll Herr Heinrich am Vogelherd gesessen haben und sehr überrascht gewesen sein. Erst nach langem, inständigem Bitten gab er dem Wunsch nach und nahm die Krone an. Eine gewisse Volkstümlichkeit, Einfachheit und unhöfische Schlichtheit werden hier dem sächsischen Herzog und neuen König zugesprochen, denn der Vogelfang galt im Gegensatz zur Jagt als bäuerische, unadelige Beschäftigung. Das Bild vom König am Vogelherd hat seit der Mitte des 12.Jh. schnelle Verbreitung gefunden, und als „Heinrich der Vogler“ blieb erste König aus sächsischem Hause durch die Jahrhunderte hindurch den Menschen in Erinnerung. Hiermit beginnt die eigentliche deutsche Geschichte.

ANNO 968 Gründung der Bergbau
Seit dem 10. Jahrhundert wurde unter kaiserlicher Regie des Otto I., den ältesten Sohn Königs Heinrich I., am Rammelsberg und im Oberharz Bergbau betrieben. Durch die Silberfunde am Rammelsberg, die 968 erstmals urkundlich erwähnt werden, und den sich etablierenden Bergbau verlagerten sich die Interessen der Herrscher mehr und mehr nach Goslar.
Die Sage vom Ritter Ramm und sein Pferd
Wie viele Bergwerke besitzt auch der Rammelsberg eine Gründungssage. Sie beginnt mit dem Satz „Es schreiben die alten Sachsen, unter Otto dem Großen…“ habe Ritter Ramm auf der Jagd in den Vorbergen des Harzes ein Wild verfolgt. Als der Berg zu steil wird, bindet er sein Pferd an und setzt die Verfolgung zu Fuß fort. Ungeduldig wartet das Ross und scharrt mit den Vorderhufen. Dabei legt es einen Erzbrocken frei, den der überraschte Ritter Ramm dem König bringt. Nach weiterem Suchen entdeckt man das reiche Erzlager. Otto I. ließ in der Folge an der Fundstelle ein Bergwerk errichten. Zu Ehren des Ritters Ramm und seiner Frau Goßa benannte er den Berg „Rammelsberg“ und die Stadt zu Füßen des Berges „Goslar“.

1039-1056 Heinrich III. Erbaut die Kaiserpfalz
Heinrich III. erhielt als Knabe eine sehr sorgfältige Erziehung und war daher an der Theologie und den Wissenschaften sehr interessiert. Heinrich wurde in dem Bewusstsein erzogen, als Kaiser die Rolle eines Stellvertreters Gottes auf Erden auszuüben. Entsprechend hochgesteckt waren seine Ideale als Friedensstiftender und Gerechtigkeit übender Herrscher. In Sachsen schränkte Heinrich III. die Macht der Großen ein, indem er seine Position durch den weiteren planmäßigen Ausbau des Reichsgutes im Harzgebiet festigte. Zu seiner Hauptpfalz erkor er Goslar, das in dieser Zeit aufgrund reicher Silbervorkommen aufblühte. Hier gründete er das den Heiligen seines Geburtstages gewidmete Stift St. Simon und Judas, das als Ausbildungsstätte für seine Reichsbeamten und –Bischöfe sowie zur Verwaltung des umliegenden Reichsgutes diente. Kaiser Heinrich III. ließ der Kaiserpfalz in Goslar erbauen und den „Dom“. In Goslar wurde sein Sohn, der spätere Heinrich IV., geboren. 1056 im Alter von 39 Jahren starb Heinrich III. Kurz zuvor vertraute der Herrscher Viktor II. die Sorge für seinen sechsjährigen Sohn und Nachfolger an. Dem bei seinem Tode war es nicht vergönnt, seinen Thronfolger umfassend auf die Regierungsübernahme vorzubereiten und ihm das Reich in solch gefestigtem Zustand zu hinterlassen, wie er es einst von seinem Vater übernommen hatte. Entsprechend dem Wunsch des Verstorbenen wurde das Herz des Kaisers Heinrich III. als Zeichen seiner Liebe und Verbundenheit in Goslar beigesetzt. Es befindet sich heute in einer Metallkapsel im Sarkophag in der Ulrichskapelle am Kaiserhaus. Der Leichnam wurde nach Speyer überführt.

Canossa ANNO 1077
Nach dem Tod Heinrich III., im Jahre 1056, wurde sein einziger und damals erst 6-järiger Sohn, Heinrich IV. zum König erhoben, woraufhin seine Mutter, die Kaiserinwitwe Agnes, für mehrere Jahre die Regentschaft übernahm. Diese Phase der Schwächung und des Übergangs nützten sowohl das Papsttum als auch die Fürsten des Reiches, um ihre Macht gegenüber der kaiserlichen Gewalt bedeutend auszuweiten. Hatte Agnes die Fürsten zunächst begünstigt, indem sie das Herzogtume an den Fürsten verlieh, so fanden diese Führer sich bald schon in Lager der Opposition gegen die königliche Gewalt wieder. Heinrichs Jugend war stark belastet, stets Spielball zwischen weltlichen und geistigen Kräften des Reiches hatte der junge Herrscher einige außergewöhnliche Lebenssituationen zu bestehen (z.B. Entführung in Kaiserworth, Blutpfingsten in Goslar 1063 und schließlich der Bußgang nach Canossa).
Als Heinrich IV. im Jahr 1065 für volljährig erklärt wurde und selbst die Regierungsgeschäfte antrat, wurde er von den Fürsten bald gezwungen, Erzbischof Adalbert zu entlassen, was er als weitere Demütigung empfand.
Gefährlich wurde die Opposition der Fürsten, von denen seine Mutter einige während der Regentschaft durch Neubelehnungen erst stark gemacht hatte, als Heinrich versuchte, seinen Einflussbereich im Harzgebiet zu sichern und die dortigen Königspositionen auszubauen. Dies führte zu jahrelangen, zum Teil kriegerischen Auseinandersetzungen insbesondere mit den Großen in Sachsen. In deren Verlauf fand Heinrich zeitweise Schutz bei den Bürgern von Worms – eine Geste der Hilfsbereitschaft, in der sich eine generelle Affinität (Verbundenheit) Heinrichs zum Bürgertum sowie zum niederen Adel und den Ministerialen (Dienstleuten des Königs) ankündigte. Erst 1075 gelangen ihm fürs Erste die Unterwerfung der opponierenden Fürsten und damit die Befestigung seiner Position im Harzgebiet.
Der Triumph wäre jedoch nicht lange. Nach einer raschen Abfolge recht kurzlebiger Päpste bestieg der ehemalige Mönch Hildebrand, als Gregor VII., den Stuhl Petri in Rom. Dieser selbstbewusste „Stellvertreter Gottes“ regelte päpstliche Ansprüche gegenüber dem Kaisertum neu. Er verlangte, dass die Fürsten des Reiches ihm die Füße küssen sollen, wollte sogar von nun an selbst den König bestimmen, verkündete die Unfehlbarkeit des Papstes und verfügte, dass allein er das recht besaß Bischofe einzusetzen. Natürlich wurde dadurch ein verstärkter Streit zwischen Papst und Kaisertum ausgelöst.
Auf den Brief Gregor VII. antwortete Heinrich IV. mit einem selbstbewussten Schreiben und forderte den Papst mit den Worten „steige herab, Hildebrand, du falsches Mönchlein… “auf, den Stuhl Petri zu verlassen. Das wiederum erzwang eine Handlung des Papstes, der in einer Bulle (Urkunde) den Bann über den Kaiser verhängte. Zum Jahresende 1075 traf diese Bulle in der Pfalz Goslar ein und bewirkte eine Teilung des Fürstenstandes in Gegner und Anhänger Heinrich des IV. Die starke Gegenpartei forderte nun ihrerseits den Kaiser auf, sich „über Jahr und Tag“ vom Bann zu lösen, drohte mit seiner Absetzung und bestimmte einen Gegenkönig.
In dieser brisanten Lage beschloss Heinrich der IV., über die Alpen zu ziehen. In einem besonders kalten Winter 1076 / 77 macht sich der Kaiser mit einem kleinen Gefolge und seiner Familie auf den beschwerlichen Weg.
Fast zeitgleich begab sich der Papst in den Norden, um auf einem Reichstag bei den Gegnern Heinrich IV. zu erscheinen. Die Botschaft des heranrückenden Kaisers verunsicherte die Lage und den Papst floh zu seiner treuesten Anhängerin, Mathilde von Tuszien, die ihm auf der Burg Canossa in Oberitalien am Nordrand des Apenningebirges Schutz und Aufenthalt gewährte.
Auch Heinrich IV. kam nach Canossa, nicht als Kämpfer für das Kaisertum im Widerstand zum Papst, sondern als Büßer. Drei Tage soll er „in Sack und Asche“, barfuß im Schnee vor der Burg gewartet haben, bis ihm der Papst, nach Fürsprache des Abtes von Cluny, der Mutter des Kaisers und der Markgräfin Mathilde, Einlass gewährte. Die Lösung vom Bann Heinrich brachte einen wichtigen diplomatischen Erfolg. Der Herrscher verhinderte ein gemeinsames Vorgehen der Fürstenopposition mit dem Papst, dessen Plan, auf einer Reichsversammlung persönlich über die weiteren Geschicke von Krone und Reich zu entscheiden, durchkreuzt wurde. Der Bußgang Heinrich IV. war ein erste Ansatz und Erfolg der Diplomatie als Realpolitik.

ANNO 1176 Der Kniefall von Chiavenna
Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Herzog Heinrich der Löwe

Die mächtigsten Männer des Deutschen Reiches im 12. Jahrhundert sind Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Herzog Heinrich der Löwe. Sie sind Vetter und entstammen den stolzen Herrschaftsfamilien der Staufer und der Welfen, die über Generationen in Fehde miteinander lagen.
Friedrich galt als scharfsinnig, durchsetzungsfähig, politisch sehr begabt, auch als leutselig, großzügig und gerechtigkeitsliebend. Sein rötlicher Bart trug ihm später bei den Italienern den Namen ein, unter dem er allgemein bekannt geworden ist: „Barbarossa“.
Heinrich der Löwe war der Mächtigste unter den Fürsten, vom Kaiser mit den Herzogtümern Bayern und Sachsen belehnt. Er war selbstbewusst, stolz, streitbar und rebellisch. Seine Hofhaltung in Braunschweig war hochherrschaftlich, seine Machtausübung königsgleich. Die Vermählung mit der englischen Königstochter Mathilde unterstrich seinen königlichen Anspruch.
Mit den Bergwerken des Rammelsberges im Hintergrund hatte Barbarossa in Goslar nicht nur eine reiche Pfalz, sondern auch einen wichtigen politischen Stützpunkt im Norden des Reiches.
Eine zu starke Fürstenmacht konnte in der Praxis den Interessen des Kaisers entgegenwirken, wie es im Februar des Jahres 1176 zu Chiavenna geschah.
Chiavenna, am Comer See, gehörte damals zum Herzogtum Schwaben. Vor dem Hintergrund des 5. Italienfeldzuges des Kaisers kam es zu einem folgenschweren Treffen mit dem „Löwen“. Bei dem wiederholten Versuch, Oberitalien dem Reich einzuordnen und die lombardischen Städte zu unterwerfen, geriet der Kaiser in allergrößte Schwierigkeiten. Dringend benötigte er starke militärische Unterstützung, deshalb wandte er sich an Heinrich den Löwen und bat diesen inständig um Kriegsdienst und Waffenhilfe. Der Herzog lehnte ab. Heinrich hatte als Gegenleistung für einen solchen Dienst Goslar und den Rammelsberger Silberbergbau verlangte, was wiederum der Kaiser trotz seiner aktuellen militärischen Notlage empört ablehnte. Obwohl man dem „Löwen“ kein rechtliches Fehlverhalten vorwerfen konnte – ein allgemeiner Aufruf für diesen Italienfeldzug war nicht erfolgt – sahen die Fürsten und der Kaiser einen persönlichen Affront im Verhalten seiner Vettern. Die Machtfülle und die Herrschsucht des „Löwen“ mag zu dieser Haltung der Fürsten beigetragen haben. Um der Bitte Nachdruck zu verleihen, soll der Kaiser einen Kniefall vor dem Herzog gemacht haben. Das kam einer Demütigung gleich. Legenden überliefern, dass die Kaiserin Beatrix voller Unverständnis gesagt haben soll, “…dass sich selbst Gott noch lange an dieses Geschehen erinnern werde“. Das Verhalten des Löwen, der glaubte, sich ein solches Auftreten gegenüber dem Kaiser leisten zu können, sollte schwerwiegende Folgen für ihn haben. Der Kaiser verlor den Italienfeldzug und kehrte erst Jahre später unter weniger günstigen Umständen ins Reich nördlich der Alpen zurück. Heinrich der Löwe, mehrfach aufgefordert seine Handlung zu erklären und sich zu entschuldigen, missachtete alle Vorladungen. Er trat in offenen Konflikt zu vielen Fürsten und dem Kaiser.

ANNO 1181 Unterwerfung und Verbannung des Heinrich der Löwe

Heinrich der Löwe verlor letztendlich fast alle seine Besitztümer. Bayern und Sachsen wurden in kleinere Territorien geteilt und an andere Fürsten vergeben. Heinrich blieb nur sein Allodialbesitz in Lüneburg und Braunschweig, das er zur Residenz ausgebaut hatte. In einer Aktion rückte er gegen Goslar, zerstörte alle Gruben und Hütten am Rammelsberg und legte den Bergbau für fast drei Jahrzehnte lahm.
Erst fünf Jahre nach Chiavenna unterwarf sich der Löwe auf Reichstag in Erfurt 1181. Wegen seines Verhaltens wurde er wiederholt geächtet und schließlich für drei Jahre aus dem Reich verbannt. Damit war der Streit zwischen den beiden bedeutendsten Persönlichkeiten des Reiches im 12. Jahrhundert zugunsten Kaiser Barbarossas beendet!

Der Gosekanal und die Nutzung der Wasserkraft
Die Gose erhielt ihren Namen angeblich in Erinnerung an Gosa, die Ehefrau des Ritters Ramm, der der Sage zufolge am Rammelsberg eine Silberaderader entdeckt hatte. Der Name des Flusses schließlich wurde übertragen auf das Bier, das man mit seinem Wasser braute. Von der Gose leitet sich der Name der Stadt ab: Goslar- das Lager an der Gose.
Die Gose entspringt auf dem Bocksberg bei Hahnenklee und mündet im Südwesten vor den Toren Goslars in die Abzucht.
Der Gosekanal unterquert durch einen Stollen an der Frankenberger Kirche die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Bis ins 20. Jahrhundert wurde er mit dem Wasser der Gose beschickt.
Im Mittelalter wurde der Gosekanal auch zum Antrieb der Wassermühlen genutzt. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert gab es ungefähr 26 oder 27 Wassermühlen in und um Goslar. Die einzige noch funktionierende Wassermühle in Goslar ist die restaurierte Lohmühle am Klappenhagen, Gebäude aus dem 16. Jahrhundert.

„GLÜCKAUF“- das Bergmannsgruß und der Bergmönchsage

Das Glück für die Bergleute hatte eine ganz wesentliche und existentielle Bedeutung, daher kommt der unvergängliche Bergmannsgruß „Glückauf“.
Im Oberharz und in Goslar der Bergmönch – ein gute und böse Geist zugleich in Gestalt eines großen Mönchs mit Grubenlicht, der die Gruben befährt und den Bergleuten hilft oder sie ärgert und bestraft – ist ein wichtigste und häufigste Motiv der Harzer Bergmannssagen.
Bereits in der Erzählung wird spekuliert, woher der Name „Bergmönch“ kommt. Häufig tritt der Mönch in Oberharzer Sage als Aufsichtsperson im Bergwerk auf, aber auch in Erscheinung des alten Grubendämons ohne christlich-teuflische Bezüge: So erzählen andere, das der Bergmönch früher ein Bergmeister gewesen sei, der solche Freude am Bergbau gehabt habe, dass er Gott gebeten habe, er möge ihm statt der seligen Ruhe lieber die Erlaubnis geben, bis auf den Jüngsten Tag in Gruben und Schächten umherzufahren und den Bergbau zu beaufsichtigen. Seither erscheine der Bergmönch in der Kleidung des Bergmeisters mit einem silbernen Grubenlichte und durchfahre alle Stollen, durchspüre jeden Bau und gehe auch über Tage an solchen Stellen, unter denen Erze liegen, hin und her. Manchmal trete er plötzlich aus dem Gestein heraus oder verschwinde darin, so dass keine Spur von ihm bleibe. Wem er gut sei, dem tue er manchen Gefallen, mache ihm Geschenke und erscheine ihm in Menschengestalt. Wem er böse sei, oder wo er sich unbeachtet glaube, da erscheine er in seiner wahren Riesengestalt: Seine Augen, groß wie Kutschenräder, sprühen Flammen, sein silbernes Grubenlicht ist groß wie ein Scheffel und die Flamme riesig und hell, seine Beine wie Spinnengewebe. Wenn ein Bergmann seine Pflicht nicht tut, „gibt er ihm den Rest“. Der Bergmönch tritt zumeist als Symbolfigur für soziale Gerechtigkeit auf. Er verhilft den stets armen Bergleuten zu ihrem Recht und nimmt Kranken gegenüber eine geradezu humanitäre und barmherzige Haltung ein. Er bringt Glück, Geschenke und lange Schichten statt Verderben. Oder er schenkt ein besonders langes Leben, in welchem das Licht unter Tage nie ausgeht.
Der historische Ursprung der Sage liegt aller Wahrscheinlichkeit nach im Hochmittelalter, als insbesondere die zisterziensischen Klöster als Gruben- und Hüttenbesitzer und -arbeiter zu bedeutenden Kulturträgern auch des Harzer und Rammelsberger Bergbaus wurden. Die Sagen von Bergmönch spiegeln also sehr wahrscheinlich klösterliche Besitzverhältnisse wider.

 

 

 

 


Aus verschiedenen Quellen des Archiv und Stadtbücherei Goslar  zusammengefasst von Svetlana Schneider.