Das Kaiserliche Goslar

Der Harz wird im 10. Jahrhundert durch die Wahl Heinrich I. zu einer bedeutenden Stütze der Königsmacht. Alle bedeutenden Könige des deutschen Reiches kamen nach Goslar. Die deutschen Könige und Kaiser des Mittelalters hatten keine Hauptstadt, sondern zogen mit ihrem Hof, ihrer Familie und einem Gefolge aus Fürsten und Bischöfen durch die Reichsteile. Goslar hatte 99-mal die Könige zu Gast. Zwischen 1000 und 1250 gehört die Pfalz in Goslar zu den wichtigsten politischen Zentren. Besonders glanzvolle Zeiten erlebte die Pfalz unter den salischen Herrschern. Sie nannten Goslar…“clarissimum domicilium regni“ (die glänzendste Wohnstätte des Reiches) – was so viel bedeutet wie: das wunderbarste Zuhause der Herrscher.

ANNO 919 Die Wahl des ersten deutschen Königs
Im Mai des Jahres 919 kamen in Fritzlar (gelegen im damaligen fränkisch-sächsische Grenzbereich, heute eine kleine Stadt südwestlich von Kassel) der sächsische und Teile des fränkische Adels zusammen, um den Mächtigste unter ihnen der sächsischen Herzog Heinrich zum König zu erheben. Die Legende berichtet, dass die Gesandten des Reichstages zu Fritzlar mit der Krone unterm Arm den Sachsenherzog aufgesucht haben, um ihm die Entscheidung der Fürstenversammlung kundzutun. Die Boten hätten Heinrich vor einer Scheune sitzend, mit Vogelfang beschäftigt angetroffen. Dabei soll Herr Heinrich am Vogelherd gesessen haben und sehr überrascht gewesen sein. Erst nach langem, inständigem Bitten gab er dem Wunsch nach und nahm die Krone an. Eine gewisse Volkstümlichkeit, Einfachheit und unhöfische Schlichtheit werden hier dem sächsischen Herzog und neuen König zugesprochen, denn der Vogelfang galt im Gegensatz zur Jagt als bäuerische, unadelige Beschäftigung. Das Bild vom König am Vogelherd hat seit der Mitte des 12.Jh. schnelle Verbreitung gefunden, und als „Heinrich der Vogler“ blieb erste König aus sächsischem Hause durch die Jahrhunderte hindurch den Menschen in Erinnerung. Hiermit beginnt die eigentliche deutsche Geschichte.

ANNO 968 Gründung der Bergbau
Seit dem 10. Jahrhundert wurde unter kaiserlicher Regie des Otto I., den ältesten Sohn Königs Heinrich I., am Rammelsberg und im Oberharz Bergbau betrieben. Durch die Silberfunde am Rammelsberg, die 968 erstmals urkundlich erwähnt werden, und den sich etablierenden Bergbau verlagerten sich die Interessen der Herrscher mehr und mehr nach Goslar.
Die Sage vom Ritter Ramm und sein Pferd
Wie viele Bergwerke besitzt auch der Rammelsberg eine Gründungssage. Sie beginnt mit dem Satz „Es schreiben die alten Sachsen, unter Otto dem Großen…“ habe Ritter Ramm auf der Jagd in den Vorbergen des Harzes ein Wild verfolgt. Als der Berg zu steil wird, bindet er sein Pferd an und setzt die Verfolgung zu Fuß fort. Ungeduldig wartet das Ross und scharrt mit den Vorderhufen. Dabei legt es einen Erzbrocken frei, den der überraschte Ritter Ramm dem König bringt. Nach weiterem Suchen entdeckt man das reiche Erzlager. Otto I. ließ in der Folge an der Fundstelle ein Bergwerk errichten. Zu Ehren des Ritters Ramm und seiner Frau Goßa benannte er den Berg „Rammelsberg“ und die Stadt zu Füßen des Berges „Goslar“.

1039-1056 Heinrich III. Erbaut die Kaiserpfalz
Heinrich III. erhielt als Knabe eine sehr sorgfältige Erziehung und war daher an der Theologie und den Wissenschaften sehr interessiert. Heinrich wurde in dem Bewusstsein erzogen, als Kaiser die Rolle eines Stellvertreters Gottes auf Erden auszuüben. Entsprechend hochgesteckt waren seine Ideale als Friedensstiftender und Gerechtigkeit übender Herrscher. In Sachsen schränkte Heinrich III. die Macht der Großen ein, indem er seine Position durch den weiteren planmäßigen Ausbau des Reichsgutes im Harzgebiet festigte. Zu seiner Hauptpfalz erkor er Goslar, das in dieser Zeit aufgrund reicher Silbervorkommen aufblühte. Hier gründete er das den Heiligen seines Geburtstages gewidmete Stift St. Simon und Judas, das als Ausbildungsstätte für seine Reichsbeamten und –Bischöfe sowie zur Verwaltung des umliegenden Reichsgutes diente. Kaiser Heinrich III. ließ der Kaiserpfalz in Goslar erbauen und den „Dom“. In Goslar wurde sein Sohn, der spätere Heinrich IV., geboren. 1056 im Alter von 39 Jahren starb Heinrich III. Kurz zuvor vertraute der Herrscher Viktor II. die Sorge für seinen sechsjährigen Sohn und Nachfolger an. Dem bei seinem Tode war es nicht vergönnt, seinen Thronfolger umfassend auf die Regierungsübernahme vorzubereiten und ihm das Reich in solch gefestigtem Zustand zu hinterlassen, wie er es einst von seinem Vater übernommen hatte. Entsprechend dem Wunsch des Verstorbenen wurde das Herz des Kaisers Heinrich III. als Zeichen seiner Liebe und Verbundenheit in Goslar beigesetzt. Es befindet sich heute in einer Metallkapsel im Sarkophag in der Ulrichskapelle am Kaiserhaus. Der Leichnam wurde nach Speyer überführt.

Canossa ANNO 1077
Nach dem Tod Heinrich III., im Jahre 1056, wurde sein einziger und damals erst 6-järiger Sohn, Heinrich IV. zum König erhoben, woraufhin seine Mutter, die Kaiserinwitwe Agnes, für mehrere Jahre die Regentschaft übernahm. Diese Phase der Schwächung und des Übergangs nützten sowohl das Papsttum als auch die Fürsten des Reiches, um ihre Macht gegenüber der kaiserlichen Gewalt bedeutend auszuweiten. Hatte Agnes die Fürsten zunächst begünstigt, indem sie das Herzogtume an den Fürsten verlieh, so fanden diese Führer sich bald schon in Lager der Opposition gegen die königliche Gewalt wieder. Heinrichs Jugend war stark belastet, stets Spielball zwischen weltlichen und geistigen Kräften des Reiches hatte der junge Herrscher einige außergewöhnliche Lebenssituationen zu bestehen (z.B. Entführung in Kaiserworth, Blutpfingsten in Goslar 1063 und schließlich der Bußgang nach Canossa).
Als Heinrich IV. im Jahr 1065 für volljährig erklärt wurde und selbst die Regierungsgeschäfte antrat, wurde er von den Fürsten bald gezwungen, Erzbischof Adalbert zu entlassen, was er als weitere Demütigung empfand.
Gefährlich wurde die Opposition der Fürsten, von denen seine Mutter einige während der Regentschaft durch Neubelehnungen erst stark gemacht hatte, als Heinrich versuchte, seinen Einflussbereich im Harzgebiet zu sichern und die dortigen Königspositionen auszubauen. Dies führte zu jahrelangen, zum Teil kriegerischen Auseinandersetzungen insbesondere mit den Großen in Sachsen. In deren Verlauf fand Heinrich zeitweise Schutz bei den Bürgern von Worms – eine Geste der Hilfsbereitschaft, in der sich eine generelle Affinität (Verbundenheit) Heinrichs zum Bürgertum sowie zum niederen Adel und den Ministerialen (Dienstleuten des Königs) ankündigte. Erst 1075 gelangen ihm fürs Erste die Unterwerfung der opponierenden Fürsten und damit die Befestigung seiner Position im Harzgebiet.
Der Triumph wäre jedoch nicht lange. Nach einer raschen Abfolge recht kurzlebiger Päpste bestieg der ehemalige Mönch Hildebrand, als Gregor VII., den Stuhl Petri in Rom. Dieser selbstbewusste „Stellvertreter Gottes“ regelte päpstliche Ansprüche gegenüber dem Kaisertum neu. Er verlangte, dass die Fürsten des Reiches ihm die Füße küssen sollen, wollte sogar von nun an selbst den König bestimmen, verkündete die Unfehlbarkeit des Papstes und verfügte, dass allein er das recht besaß Bischofe einzusetzen. Natürlich wurde dadurch ein verstärkter Streit zwischen Papst und Kaisertum ausgelöst.
Auf den Brief Gregor VII. antwortete Heinrich IV. mit einem selbstbewussten Schreiben und forderte den Papst mit den Worten „steige herab, Hildebrand, du falsches Mönchlein… “auf, den Stuhl Petri zu verlassen. Das wiederum erzwang eine Handlung des Papstes, der in einer Bulle (Urkunde) den Bann über den Kaiser verhängte. Zum Jahresende 1075 traf diese Bulle in der Pfalz Goslar ein und bewirkte eine Teilung des Fürstenstandes in Gegner und Anhänger Heinrich des IV. Die starke Gegenpartei forderte nun ihrerseits den Kaiser auf, sich „über Jahr und Tag“ vom Bann zu lösen, drohte mit seiner Absetzung und bestimmte einen Gegenkönig.
In dieser brisanten Lage beschloss Heinrich der IV., über die Alpen zu ziehen. In einem besonders kalten Winter 1076 / 77 macht sich der Kaiser mit einem kleinen Gefolge und seiner Familie auf den beschwerlichen Weg.
Fast zeitgleich begab sich der Papst in den Norden, um auf einem Reichstag bei den Gegnern Heinrich IV. zu erscheinen. Die Botschaft des heranrückenden Kaisers verunsicherte die Lage und den Papst floh zu seiner treuesten Anhängerin, Mathilde von Tuszien, die ihm auf der Burg Canossa in Oberitalien am Nordrand des Apenningebirges Schutz und Aufenthalt gewährte.
Auch Heinrich IV. kam nach Canossa, nicht als Kämpfer für das Kaisertum im Widerstand zum Papst, sondern als Büßer. Drei Tage soll er „in Sack und Asche“, barfuß im Schnee vor der Burg gewartet haben, bis ihm der Papst, nach Fürsprache des Abtes von Cluny, der Mutter des Kaisers und der Markgräfin Mathilde, Einlass gewährte. Die Lösung vom Bann Heinrich brachte einen wichtigen diplomatischen Erfolg. Der Herrscher verhinderte ein gemeinsames Vorgehen der Fürstenopposition mit dem Papst, dessen Plan, auf einer Reichsversammlung persönlich über die weiteren Geschicke von Krone und Reich zu entscheiden, durchkreuzt wurde. Der Bußgang Heinrich IV. war ein erste Ansatz und Erfolg der Diplomatie als Realpolitik.

ANNO 1176 Der Kniefall von Chiavenna
Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Herzog Heinrich der Löwe

Die mächtigsten Männer des Deutschen Reiches im 12. Jahrhundert sind Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Herzog Heinrich der Löwe. Sie sind Vetter und entstammen den stolzen Herrschaftsfamilien der Staufer und der Welfen, die über Generationen in Fehde miteinander lagen.
Friedrich galt als scharfsinnig, durchsetzungsfähig, politisch sehr begabt, auch als leutselig, großzügig und gerechtigkeitsliebend. Sein rötlicher Bart trug ihm später bei den Italienern den Namen ein, unter dem er allgemein bekannt geworden ist: „Barbarossa“.
Heinrich der Löwe war der Mächtigste unter den Fürsten, vom Kaiser mit den Herzogtümern Bayern und Sachsen belehnt. Er war selbstbewusst, stolz, streitbar und rebellisch. Seine Hofhaltung in Braunschweig war hochherrschaftlich, seine Machtausübung königsgleich. Die Vermählung mit der englischen Königstochter Mathilde unterstrich seinen königlichen Anspruch.
Mit den Bergwerken des Rammelsberges im Hintergrund hatte Barbarossa in Goslar nicht nur eine reiche Pfalz, sondern auch einen wichtigen politischen Stützpunkt im Norden des Reiches.
Eine zu starke Fürstenmacht konnte in der Praxis den Interessen des Kaisers entgegenwirken, wie es im Februar des Jahres 1176 zu Chiavenna geschah.
Chiavenna, am Comer See, gehörte damals zum Herzogtum Schwaben. Vor dem Hintergrund des 5. Italienfeldzuges des Kaisers kam es zu einem folgenschweren Treffen mit dem „Löwen“. Bei dem wiederholten Versuch, Oberitalien dem Reich einzuordnen und die lombardischen Städte zu unterwerfen, geriet der Kaiser in allergrößte Schwierigkeiten. Dringend benötigte er starke militärische Unterstützung, deshalb wandte er sich an Heinrich den Löwen und bat diesen inständig um Kriegsdienst und Waffenhilfe. Der Herzog lehnte ab. Heinrich hatte als Gegenleistung für einen solchen Dienst Goslar und den Rammelsberger Silberbergbau verlangte, was wiederum der Kaiser trotz seiner aktuellen militärischen Notlage empört ablehnte. Obwohl man dem „Löwen“ kein rechtliches Fehlverhalten vorwerfen konnte – ein allgemeiner Aufruf für diesen Italienfeldzug war nicht erfolgt – sahen die Fürsten und der Kaiser einen persönlichen Affront im Verhalten seiner Vettern. Die Machtfülle und die Herrschsucht des „Löwen“ mag zu dieser Haltung der Fürsten beigetragen haben. Um der Bitte Nachdruck zu verleihen, soll der Kaiser einen Kniefall vor dem Herzog gemacht haben. Das kam einer Demütigung gleich. Legenden überliefern, dass die Kaiserin Beatrix voller Unverständnis gesagt haben soll, “…dass sich selbst Gott noch lange an dieses Geschehen erinnern werde“. Das Verhalten des Löwen, der glaubte, sich ein solches Auftreten gegenüber dem Kaiser leisten zu können, sollte schwerwiegende Folgen für ihn haben. Der Kaiser verlor den Italienfeldzug und kehrte erst Jahre später unter weniger günstigen Umständen ins Reich nördlich der Alpen zurück. Heinrich der Löwe, mehrfach aufgefordert seine Handlung zu erklären und sich zu entschuldigen, missachtete alle Vorladungen. Er trat in offenen Konflikt zu vielen Fürsten und dem Kaiser.

ANNO 1181 Unterwerfung und Verbannung des Heinrich der Löwe

Heinrich der Löwe verlor letztendlich fast alle seine Besitztümer. Bayern und Sachsen wurden in kleinere Territorien geteilt und an andere Fürsten vergeben. Heinrich blieb nur sein Allodialbesitz in Lüneburg und Braunschweig, das er zur Residenz ausgebaut hatte. In einer Aktion rückte er gegen Goslar, zerstörte alle Gruben und Hütten am Rammelsberg und legte den Bergbau für fast drei Jahrzehnte lahm.
Erst fünf Jahre nach Chiavenna unterwarf sich der Löwe auf Reichstag in Erfurt 1181. Wegen seines Verhaltens wurde er wiederholt geächtet und schließlich für drei Jahre aus dem Reich verbannt. Damit war der Streit zwischen den beiden bedeutendsten Persönlichkeiten des Reiches im 12. Jahrhundert zugunsten Kaiser Barbarossas beendet!

Der Gosekanal und die Nutzung der Wasserkraft
Die Gose erhielt ihren Namen angeblich in Erinnerung an Gosa, die Ehefrau des Ritters Ramm, der der Sage zufolge am Rammelsberg eine Silberaderader entdeckt hatte. Der Name des Flusses schließlich wurde übertragen auf das Bier, das man mit seinem Wasser braute. Von der Gose leitet sich der Name der Stadt ab: Goslar- das Lager an der Gose.
Die Gose entspringt auf dem Bocksberg bei Hahnenklee und mündet im Südwesten vor den Toren Goslars in die Abzucht.
Der Gosekanal unterquert durch einen Stollen an der Frankenberger Kirche die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Bis ins 20. Jahrhundert wurde er mit dem Wasser der Gose beschickt.
Im Mittelalter wurde der Gosekanal auch zum Antrieb der Wassermühlen genutzt. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert gab es ungefähr 26 oder 27 Wassermühlen in und um Goslar. Die einzige noch funktionierende Wassermühle in Goslar ist die restaurierte Lohmühle am Klappenhagen, Gebäude aus dem 16. Jahrhundert.

„GLÜCKAUF“- das Bergmannsgruß und der Bergmönchsage

Das Glück für die Bergleute hatte eine ganz wesentliche und existentielle Bedeutung, daher kommt der unvergängliche Bergmannsgruß „Glückauf“.
Im Oberharz und in Goslar der Bergmönch – ein gute und böse Geist zugleich in Gestalt eines großen Mönchs mit Grubenlicht, der die Gruben befährt und den Bergleuten hilft oder sie ärgert und bestraft – ist ein wichtigste und häufigste Motiv der Harzer Bergmannssagen.
Bereits in der Erzählung wird spekuliert, woher der Name „Bergmönch“ kommt. Häufig tritt der Mönch in Oberharzer Sage als Aufsichtsperson im Bergwerk auf, aber auch in Erscheinung des alten Grubendämons ohne christlich-teuflische Bezüge: So erzählen andere, das der Bergmönch früher ein Bergmeister gewesen sei, der solche Freude am Bergbau gehabt habe, dass er Gott gebeten habe, er möge ihm statt der seligen Ruhe lieber die Erlaubnis geben, bis auf den Jüngsten Tag in Gruben und Schächten umherzufahren und den Bergbau zu beaufsichtigen. Seither erscheine der Bergmönch in der Kleidung des Bergmeisters mit einem silbernen Grubenlichte und durchfahre alle Stollen, durchspüre jeden Bau und gehe auch über Tage an solchen Stellen, unter denen Erze liegen, hin und her. Manchmal trete er plötzlich aus dem Gestein heraus oder verschwinde darin, so dass keine Spur von ihm bleibe. Wem er gut sei, dem tue er manchen Gefallen, mache ihm Geschenke und erscheine ihm in Menschengestalt. Wem er böse sei, oder wo er sich unbeachtet glaube, da erscheine er in seiner wahren Riesengestalt: Seine Augen, groß wie Kutschenräder, sprühen Flammen, sein silbernes Grubenlicht ist groß wie ein Scheffel und die Flamme riesig und hell, seine Beine wie Spinnengewebe. Wenn ein Bergmann seine Pflicht nicht tut, „gibt er ihm den Rest“. Der Bergmönch tritt zumeist als Symbolfigur für soziale Gerechtigkeit auf. Er verhilft den stets armen Bergleuten zu ihrem Recht und nimmt Kranken gegenüber eine geradezu humanitäre und barmherzige Haltung ein. Er bringt Glück, Geschenke und lange Schichten statt Verderben. Oder er schenkt ein besonders langes Leben, in welchem das Licht unter Tage nie ausgeht.
Der historische Ursprung der Sage liegt aller Wahrscheinlichkeit nach im Hochmittelalter, als insbesondere die zisterziensischen Klöster als Gruben- und Hüttenbesitzer und -arbeiter zu bedeutenden Kulturträgern auch des Harzer und Rammelsberger Bergbaus wurden. Die Sagen von Bergmönch spiegeln also sehr wahrscheinlich klösterliche Besitzverhältnisse wider.

 

 

 

 


Aus verschiedenen Quellen des Archiv und Stadtbücherei Goslar  zusammengefasst von Svetlana Schneider.

Aktaeon und Artemis

Der altgriechische Mythos "Aktaeon & Artemis*"

In den dichten, unwegsamen Wäldern aus Fichten und Zypressen befand sich ein wunderschönes Tal, das den Namen Gargaphia trug. Dort neben einer dicht bewachsenen Grotte entsprang eine klare Quelle, aus der ein kleiner See entsprang. Dieser kühle und schattige Platz ist der Schauplatz eines sehr bekannten Mythos, nämlich jener über Aktaeon.

Aktaeon war ein junger, gut aussehender Mann, der göttlicher Abstammung war. Des Weiteren war er ein leidenschaftlicher Jäger und dafür eignete sich das Kithairongebirge bestens. An einem besonders heißen Tag waren Aktaeon und seine Jagdgefährten in den Wäldern. Nachdem sie einiges an Wild erlegt hatten, beschlossen sie in der glühenden Mittagshitze einen schattigen Platz zu suchen, um auszuruhen. Aktaeon entfernte sich von der Gruppe und nach einiger Zeit stieß er auf das Tal namens Gargaphia. Der junge Mann dachte bei sich, dass dies der perfekte Ort für einen erholsamen Schlaf im Schatten der Zypressen sei. Doch Aktaeon war nicht alleine. Der Hain, die Grotte, die Quelle und alles was dazu gehört war ein heiliger Ort der jungfräulichen Göttin Artemis. Diese war die Göttin der Jagd und der wilden Tiere. In der kühlen Quelle pflegte Artemis im Kreis ihrer Jagdgefährtinnen ein erfrischendes Bad zu nehmen. So auch an jenem Tag als Aktaeon durch den Wald streifte.
Natürlich wusste Aktaeon nicht, an welchen Ort er geraten war, als er den Hain betrat. Der junge Mann kam genau in dem Augenblick als Artemis sich von ihren Gefährtinnen baden ließ. Diese schrien laut auf, als die den männlichen Eindringling bemerkten. Die Begleiterinnen der Göttin versuchten sie vor den Blicken des Aktaeon abzuschirmen, doch es war zu spät. Der junge Jäger konnte seinen Blick nicht mehr von Artemis abwenden, die in ihrer göttlichen Schönheit vor ihm stand. Das Gesicht der jungfräulichen Göttin glühte vor Scham und Wut und mit starrem Blick fasste sie Aktaeon ins Auge. Der Unglückselige hätte fliehen sollen als weiterhin Artemis zu betrachten. Die Göttin beugte sich zum Wasser hinunter und spritzte dem Aktaeon einige Tropfen ins Gesicht. Mit einer drohenden Stimme forderte sie ihn auf, den Menschen doch zu erzählen was er gesehen hätte, wenn er es noch könnte. Nun erfasste Aktaeon eine namenlose Angst und er lief so schnell er konnte davon.
Während Aktaeon rannte, wunderte er sich über seine eigene Schnelligkeit. Die Göttin hatte ihn verflucht und in einen Hirsch verwandelt. Ein stattliches Geweih wuchs auf seinem Kopf, Fell überzog seinen ganzen Körper und nun hatte er Hufe statt Füße. Als Aktaeon sein Spiegelbild in einem Fluss bemerkte, was es schon zu spät. Der Jäger wollte sein Schicksal mit Worten ausdrücken, doch er konnte nicht mehr sprechen. Nur noch sein Verstand war der eines Menschen. Als Aktaeon so am Fluss stand, bemerkte er nicht, dass sich seine eigenen Hunde auf ihn zubewegten. Sie hatten seine Fährte gewittert und begannen den Unglücklichen zu jagen. Nacheinander fielen die Hunde über ihren ehemaligen Herrn her und gruben ihre spitzen Zähne in sein Fleisch. In diesem Augenblick tauchten auch seine Jagdgefährten auf und warfen ihre Speere nach der vermeintlichen Beute. Kurz bevor Aktaeon sein Leben aushauchte, hörte er seine Freunde nach ihm rufen, wo er sei. Er würde sich eine prächtige Beute entgehen lassen.

*Artemis – griechische Göttin der Jagd (die Römer stellten Artemis der Diana gleich). Artemis gilt wie Athene, als jungfräuliche Göttin und als Tochter des Zeus. Ihre Mutter ist die Titanin Leto, ihr um einige Stunden jüngerer Zwillingsbruder: Der Orakelgott Apollon.

 


Quelle: http://geschichte.verenalang.at/2016/03/16/mythos-am-mittwoch-aktaion/

Sphärenmusik (Music of the Spheres-432Hz)

Das Hören von 432-Hz-Musik schwingt in unserem Körper, löst emotionale Blockaden und erweitert unser Bewusstsein. Mit 432 Hz können wir uns auf die Weisheit des Universums, die göttliche Intelligenz und unsere Seele einstellen. Es schafft Einheit statt Trennung. Es erweitert unser Herz und macht uns mitfühlender und liebevoller. Eine Sache ist sicher. Eine Person, die mit Liebe schwingt, hat inneren Frieden – und dies ist der Ausgangspunkt für eine Welt, in der wir in Einheit, Frieden und Harmonie miteinander und mit Mutter Erde leben.

Die moderne Wissenschaft hat begonnen zu erkennen, was uns die alten Mystiker und Weisen seit Jahrhunderten erzählt haben; dass sich alles in einem ständigen Schwingungszustand befindet. Alles bis hin zum kleinsten physikalischen Teilchen bis hin zu den Dingen, die wir mit unseren (noch) begrenzten Sinnen nicht wahrnehmen können.
Der elementarste Schwingungszustand ist der Klang. Alles hat einen optimalen Schwingungsbereich (Frequenz), und diese Frequenz wird Resonanz genannt. Wenn wir in Resonanz sind, sind wir im Gleichgewicht. Jedes Organ und jede Zelle in unserem kostbaren Körper absorbiert und sendet Schall mit einer besonders optimalen Resonanzfrequenz aus. Die abgestimmte Musik von 432 Hz und 528 Hz erzeugt Resonanz in unserem physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Körper.

Solfeggio 528 Hz – Laut Dr. Leonard Horowitz ist 528 Hertz eine Frequenz, die für die „musikalisch-mathematische Matrix der Schöpfung“ von zentraler Bedeutung ist. Mehr als jeder bisher entdeckte Klang schwingt die „LOVE-Frequenz“ im Herzen von allem. Es verbindet dein Herz, deine spirituelle Essenz, mit der spiralförmigen Realität von Himmel und Erde. Wird verwendet, um die menschliche DNA in ihren ursprünglichen, perfekten Zustand zurückzubringen. erhöhte Lebensenergie, Klarheit des Bewusstseins, Bewusstsein, erweckte oder aktivierte Kreativität, ekstatische Zustände wie tiefe innere Ruhe, Tanz und Feier. Tone ‚Mi‘ aktiviert Ihre Vorstellungskraft, Intention und Intuition, um Ihren höchsten und besten Zweck zu erreichen.

Quelle:

https://www.youtube.com/watch?v=6DdL0UhoDVs&index=3&list=PLSYXOAw6kR-Qt-ZvB7x6mBEy_aP8EQwok

Die Erschaffung der Welt

Die nordische Sage „Was die Seherin schaute und sang“.

Einst, so glaubten unsere Vorfahren, die alten Germanen, gab es eine Zeit, da alles nicht war: nicht Erde und Meer noch der Himmel mit seinen unzählbaren Sternen; nichts war da als ein ungeheurer, finsterer Abgrund: Ginnungagap, die gähnende, lautlose, tote Kluft.
Aber in dem grenzenlosen, schweigenden All lebte der geheimnisvolle, große und Allmächtige Weltgeist Fimbultyr, den nie ein Auge gesehen. Allvater ist`s, der Starke von oben, der alles steuert und ordnet ewige Satzungen an.
Nach seinem Willen entstand im hohen kalten Norden das finstere Nebelreich Nifelheim, die frostige Welt des Eises und fern im Süden Muspelheim, das Reich der Gluthitze, des Feuers. Und ein Brunnen entsprang in urkalten Nifelheim: Hwergelmir, der brausende Kessel. Aus seiner grundlosen Tiefe brachen 12 Ströme hervor, die sich mit donnerndem Rauschen in den unermesslichen Abgrund stürzten. Ihre Fluten, die Eliwagar, erstarrten in der grausigen Kälte Ginnungagaps zu Eis, und da der brausende Kessel sich immer erschöpfte, schob sich eine Eisschicht über die andere, und im Laufe vieler Jahrtausende füllten die stetig wachsenden Massen einen Teil des gähnenden Schlundes aus.

Anders war es im Reich des heißen Südens, in Muspelheim! Dort zischte und blitzte es von umherstiebenden Feuerfunken. Überall sprühte und leuchtete die rote Glut, und die Hitze war so groß, dass nur einer sie zu ertragen vermochte: Surtur, der Beherrscher des Flammenreiches Muspelheim. Dort saß auf einem Felsblock der Feuerriese, schwarz und finster von Angesicht, gestützt auf sein flammendes Schwert, und beobachtete, wie die Funken von seinen Essen über den gähnenden Abgrund flogen und drüben auf die Eisblöcke Nifelheims niederfielen. Hatte Fimbultyr, der ihn zum Herrn von Muspelheim gesetzt hatte, ihm kundgetan, dass dort eine neue Welt voll großen, reichen Lebens entstehen sollte? Reichte sein Blick bis an das Ende der Tage, da er im Bunde mit allen Unholden der Zerstörung aufbrach, um in gewaltigem Kampf die in Schuld und Sünde versunkene Welt der Götter und Menschen zu vernichten?

Die Feuerfunken vermischten sich mit den Wassertropfen aus dem Urweltbrunnen, und auf den starren Eismassen des Eliwagar fing es an zu zischen, zu dampfen, zu wallen; und siehe, aus der kreisenden Gärung entstanden nach einiger Zeit zwei Kreaturen. Zum einen war es der Frostriese Ymir, der brausende Lehm, und zum anderen war es eine gewaltige Kuh Audhumbla, die Milchreiche. Aus ihrem Euter flossen 4 Milchströme, die dem Riesen Ymir zur Nahrung dienten und ihm ungeheuere Kraft verliehen. Eines Tages, da er sich satt getrunken, einschlief er und geriet in Schweiß. Da erwuchsen ihm unter einem Arm ein Sohn und eine Tochter, und diesen beiden entstammte das gewaltige Geschlecht der Reifriesen.

Die Kuh Audhumbla leckte an den salzigen Eisblöcken, und unter ihrer Zunge kam aus dem Block in drei Tagen ein Mann hervor: groß, stark und schön, Gott Buri (der Zeugende), den Stammvater der Asen.
Buri schuf aus eigener Kraft einen Sohn Bor (der Geborene). Dieser nahm die Riesentochter Bestla (die Beste) zum Weibe, und sie gewannen drei Söhne: Odin (Geist), Wili (Wille), We (Weihe oder Heiligtum). Diese drei Söhne Bors waren von göttlicher Kraft und Schönheit, ganz unähnlich den unförmigen, plumpen Riesen aus dem Geschlechte Ymirs…


Quele: Buch: „Germanische Götter- und Heldensagen“, © Otus Verlag AG, St. Gallen, 2006, ISBN 3-907200-33-0, S. 9-11

Tai Ji

Tai Ji (chinesische Philosophie)

Tai Ji oder Tai Chi (chinesisch 太極 / 太极, Pinyin Tàijí, W.-G. T’ai-chi ‚Das sehr große Äußerste, Die großen Gegensätze‘) bezeichnet das höchste Prinzip des Kosmos. Der Terminus findet sich im Daoismus und auch im Konfuzianismus.

Im Konfuzianismus wird das Konzept des Tàijí vor allem durch den neo-konfuzianischen Philosophen Zhū Xī (1130–1200) eingebunden. Kern seiner Lehre ist, dass alle Dinge Ji (im philosophischen Kontext etwa Grund, Vernunft, Prinzip, Logik‘) besitzen. Das Ji ist unveränderlich, immateriell und den Dingen inhärent. Betrachtet man das Universum als Ganzes, so ist das Tai Ji, also das ordnende Urprinzip des Universums. „Das Tai Ji ist einfach das höchste von allem, jenseits dessen nichts sein kann.“ (ZHŪ XĪ)

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Taiji_(chinesische_Philosophie)

Was bedeutet der Begriff »Tai Ji«?

Schauen wir uns einmal den Begriff »Tai Ji« im chinesischen Original an:
Das Wort Tai ähnelt dem Körper eines Menschen, der sich weit öffnet und sich zugleich auf die Quelle seiner Lebenskraft in seiner Mitte konzentriert.

Das WortJi
Ji ist eine Landkarte, ein Wegbereiter; Ji zeigt uns, was wir von unserem Körper lernen können, es bringt
das dem Körper angeborene Wissen, seine Weisheit zum Ausdruck.
Tai Ji heißt wörtlich: Das Höchste, das Vollkommene in der praktischen Erfüllung des täglichen Lebens.

Yin-Yang

In den chinesischen Schriftzeichen wird die ursprüngliche Bedeutung von Yin-Yang dargestellt als der unablässige Wechsel von Schatten und Sonne auf den Hängen eines Berges.

Es ist eine Philosophie, die lehrt, dass alle Kräfte der Natur in ständiger Wechselbeziehung zueinander stehen, so wie der Tag auf die Nacht folgt und die warme Jahreszeit auf die Kälte. So wie Mann und Frau sich vereinigen und miteinander harmonieren. Yin-Yang ist das harmonische Zusammenspiel aller gegensätzlichen Kräfte.
Yin-Yang versinnbildlicht, dass alle Kräfte untrennbar miteinander verbunden sind,
dass sie beständig danach streben, einander zu ergänzen und sich zu vereinen.

Kai

Kai bedeutet: Sich zu öffnen, sich aufzuschließen, sich loszulassen, -zu wachsen.

Kai wird oft benutzt, um die Gebärden im Tai Ji, mit denen die Wechselbeziehung von Yin-Yang ausgedrückt wird, abzuschließen, und um sich zu sammeln.

Hsing

Hsing bedeutet im Chinesischen sowohl Geist als auch Herz;

es verkörpert das Bewusstsein, dass Geist, Körper und Seele eins sind.

Im Tai Ji sind das Herz und der Geist, ist das Bewusstsein im Dantien gesammelt.